Der Regierungsrat bevorzugt eine Radikalkur von oben und stösst damit einen zeitlich und inhaltlich recht unbestimmten Zusammenlegungsprozess auf 3-5 Gemeinden an. Im Ergebnis führt das zu höheren Steuern und zu einer Schwächung der finanzstarken Gemeinden. Wieso?
Ein Fusionsprozess von oben erfordert eine namhafte finanzielle Beteiligung durch den Kanton. Dies um Ungleichheiten im Bereich Verschuldung und Höhe des Steuerfusses bei den zu fusionierenden Gemeinden auszugleichen. Im Beispiel der Gemeinde Neckertal hat der Kanton St. Gallen für die 2 Fusionsschritte in etwa 19 Mio. direkte Unterstützungsbeiträge ausgeschüttet. Das würde für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in etwa eine Grössenordnung von 60 – 90 Mio. Franken bedeuten. Wie soll dieser Betrag, in Zeiten wo die Nationalbank keine Ausschüttungen mehr machen kann, finanziert werden? Es gibt keinen Topf wie im Kanton St. Gallen, der ursprünglich mit 500 Mio. Franken aus Nationalbankengeldern alimentiert wurde! Somit müssen zusätzliche Steuergelder aufgebracht werden oder es wird zu finanziellen Abstrichen im heutigen Leistungsangebot kommen.
Wenn die Steuerattraktivität von Teufen oder Speicher verloren geht, bedeutet dies eine Gefährdung der bisherigen Steuererträge und ein Absinken der Finanzkraft. Ebenfalls fehlen dann Millionen aus Teufen für den Finanzausgleich. Darum NEIN zu Fusionen von oben.